Kennen Sie das: Sie stehen am Bahnhof, frieren sich die Füße und sonstwas ab, der Zug hat Verspätung und die Deutsche Bundesbahn bittet Sie mittels einer verzerrten schwer verständlichen Lautsprecherstimme als Kunden um Verständnis. Im Museum, im Kino, im Freizeitpark, bei Behörden, im Supermarkt, egal wo man warten muss, der Kunde wird um Verständnis gebeten. Wieso soll ich als zahlender Kunde für etwas Verständnis haben, was andere mit unseren Kundengeldern logistisch und organisationstechnisch nicht geregelt bekommen?
Wir wäre es denn mit: wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten, die wir Ihnen bescheren. Es tut uns leid, dass Sie warten müssen, zu spät zur Arbeit kommen, einen Termin verpassen, Ihre Kinder gerade vor Aufregung und Ungeduld wegen der Wartezeiten zappeln, Ihre Nerven brach liegen.
Nein, sie bitten den Kunden um Verständnis. Kommen sie alle nicht auf die Idee, dass sie ohne ihre Kunden nicht existieren würden? Sie keinen Arbeitsplatz und kein Einkommen hätten? Der Kunde soll Einsicht zeigen, am besten noch in Demut verfallen und sich bedanken, dass er Kunde sein darf? Gründe werden selten genannt, warum, wieso, weshalb? Sie dürften die Stoßzeiten kennen bzw. die Wettervorhersage gehört oder gelesen haben. Wenn man krankheitsbedingt Ausfälle hat, könnte das eine Begründung sein, die man entschuldigen kann.
Der "Hit" ist: die Landeshauptstadt bittet mich um Verständnis, dass sie mir für die Einäscherung meines Bruders 240,-- € plus 70,-- € Gebühren berechnen und der Betrag unmittelbar nach Eingang der Rechnung fällig ist. Keine Anrede, kein Wort des Bedauerns, der Anteilnahme, keine Entschuldigung, keine Begründung. Pietät scheint ihnen ein Fremdwort zu sein. Aber wenigstens steht darunter: mit freundlichen Grüßen. Na, das ist doch mal was.
Die Polizei bittet um Verständnis, dass sie bei einer Demo gleich räumen müssen bzw. man eingekesselt wird. Wie wäre es denn mit: das Innenministerium oder der Polizeipräsident hat befohlen, dass... Vielleicht hätten die betroffenen Bürger dann mehr Verständnis für die ausführenden Kräfte ?!, die man wegen ihres Arbeitsplatzes und ihrer Existenz unter Strom setzt.
Das Finanzamt bittet uns Bürger um Verständnis, dass sie uns keine Stundung und keine Ratenzahlung gewähren können. Wir müssen Verständnis haben, dass wir binnen 1-2 Wochen eine Mahnung mit Säumniszuschlag bekommen, auch wenn wir ein Zahlungsproblem angekündigt haben. Wenn wir dann immer noch nicht zahlen können, müssen wir Verständnis haben, dass der Vollstreckungsbescheid kommt und der Kuckuck aufgeklebt wird.
Selbständige Handwerker, die Behörden als Kunden haben, klagen darüber, dass Behörden die Handwerkerrechnungen nicht bei Fälligkeit bezahlen. Sie müssen ihre Kreditoren bedienen und Behörden als Debitoren zeigen wenig Verständnis für ihre Nöte. Wir haben unsere Verordnungen und können nur dann und dann überweisen. Haben Sie bitte Verständnis.
Wenn man Verständnis bekommen möchte, bräuchte es eine entschuldigende plausible Erklärung. Liebe Firmen, Institutionen, Behörden, Unternehmen haben Sie bitte dafür Verständnis, dass ich mir erlaube Sie protestierend anzurufen, anzumeckern und anzuschreiben, weil ich gar kein Verständnis für diese Abgestumpftheit habe. Ich habe auch kein Verständnis, dass sie Ihre Verträge mit Klauseln schmücken, die geltendem Recht und der Rechtsprechung widersprechen. Darunter steht mit Vorliebe die Salvatorische Klausel.
Nein, für alle diese Vorgehensweisen habe ich kein Verständnis, denn Bürger setzen unhinterfragt Mitbürger unter Druck. Jaja, wir sitzen alle in einem Boot. Mit einer Erklär- oder Begründung und einer Entschuldigung könnten die meisten Menschen leichter und verständnisvoller umgehen. Merken Sie sich das.
Denken Sie daran, Sie sind als Mitwirkender ein Teil des Gefüges:
Wozu eine durch Geld gesteuerte und erzogene Gesellschaft führen kann:
Drei Männer haben in der Nacht zu Freitag in Aachen einen säumigen Schuldner angezündet.
Wir möchten über die weltweiten Missstände informieren, die die Kinder dieser Welt betreffen. Kinder sind nicht nur die Zukunft, sie sind die kleinen Menschen, die wir großen Menschen zu beschützen haben. Wir tragen für sie die Verantwortung. Sie sind auf den Schutz und das Wohlwollen der Erwachsenen angewiesen. Diese kleinen Wesen können zunächst nichts ohne uns.
Freitag, 15. Januar 2010
Donnerstag, 14. Januar 2010
Die Lügenbarone
In einer Talkshow behauptete der "glücklichste" Arbeitslose Deutschlands, der nicht arbeiten will, dass der Staat ihm die Miete und dem Strom bezahlen würde. Der Rest sei der Regelsatz und davon könne er gut leben. Keiner der Anwesenden hat darauf hingewiesen, dass Stromkosten vom Regelsatz bezahlt werden müssen. Falls man Strom gespart hat und eine Gutschrift bekommt, muss man das Guthaben an die ARGE abführen, weil es als Einkommen gilt. Der "glücklichste" Arbeitslose behauptete, dass er gut mit einer Kürzung leben könne. Aha, sollte das die mediale Vorbereitung auf ein Hartz-Kürzung sein? Geht doch?
Ein Politiker behauptete in einer anderen Talkshow, dass 40 % der Deutschen keine Steuern bezahlen würden. Langsam. Jeder zahlt Steuern mit allem, was man verbraucht und konsumiert. Verbrauchsteuer, Ökosteuer (dafür müssen wir wegen der erneuerbaren Energien Verständnis haben), CO2-Steuer (Klimawandel) und darauf die Steuer auf der Steuer: die MWST. Niemand hat ihn darauf hingewiesen. Niemand von den anwesenden "Experten". Er hat wohl "vergessen" zwischen Einkommensteuer und o.g. Steuern zu differenzieren.
Viele Betriebe zahlen längst keine Einkommensteuer mehr. Sie können sie mit legal zur Verfügung stehenden Mitteln herunter rechnen und zu Null erklären. Die Einkommensteuer zahlen Arbeitnehmer und "kleine" Selbständige.
Was in Talkshows gelogen, verbogen und verschwiegen wird, um die Bürger gegen die "Schmarotzer" aufzuwiegeln, ist moralisch nicht mehr vertretbar. M. W. sind die Öffentlich-Rechtlichen gesetzlich verpflichtet, ehrlich und wahrheitsgemäß zu berichten. The Show must go on.
Ein Politiker behauptete in einer anderen Talkshow, dass 40 % der Deutschen keine Steuern bezahlen würden. Langsam. Jeder zahlt Steuern mit allem, was man verbraucht und konsumiert. Verbrauchsteuer, Ökosteuer (dafür müssen wir wegen der erneuerbaren Energien Verständnis haben), CO2-Steuer (Klimawandel) und darauf die Steuer auf der Steuer: die MWST. Niemand hat ihn darauf hingewiesen. Niemand von den anwesenden "Experten". Er hat wohl "vergessen" zwischen Einkommensteuer und o.g. Steuern zu differenzieren.
Viele Betriebe zahlen längst keine Einkommensteuer mehr. Sie können sie mit legal zur Verfügung stehenden Mitteln herunter rechnen und zu Null erklären. Die Einkommensteuer zahlen Arbeitnehmer und "kleine" Selbständige.
Was in Talkshows gelogen, verbogen und verschwiegen wird, um die Bürger gegen die "Schmarotzer" aufzuwiegeln, ist moralisch nicht mehr vertretbar. M. W. sind die Öffentlich-Rechtlichen gesetzlich verpflichtet, ehrlich und wahrheitsgemäß zu berichten. The Show must go on.
Mittwoch, 13. Januar 2010
Juristen über die Justiz und Meinungsfreiheit
"Ich wage nach einem langen Berufsleben in der Justiz, wenn ich gefragt werde, den Ausgang eines Prozesses nur noch nachdem im ganzen System angelegten Grundsatz vorauszusagen: Nach der Regel müsste er so entschieden werden; aber nach einer der vielen unbestimmten Ausnahmen und Einschränkungen, die das Recht kennt, kann er auch anders entschieden werden. Das genaue Ergebnis ist schlechthin unberechenbar geworden. Allenfalls kann man mit einiger Sicherheit sagen: Wenn du meinst, du bekommst alles, was dir nach deiner Überzeugung zusteht, irrst du dich. Ein der Entlastung der Gerichte dienlicher Rat könnte bei dieser Lage der Dinge sein: Führe möglichst keinen Prozess; der außergerichtliche Vergleich oder das Knobeln erledigt den Streit allemal rascher, billiger und im Zweifel ebenso gerecht wie ein Urteil. Das heisst in allem Ernst: Unter den in der Bundesrepublik obwaltenden Verhältnissen von den Gerichten Gerechtigkeit zu fordern, ist illusionär."
Bundesverfassungsrichter a.D. Prof. Willi Geiger. Karlsruhe. In einem Beitrag in der "Deutschen Richterzeitung", 9/1982, S. 325 und "In Deutschland kann man, statt einen Prozess zu führen, ebenso gut würfeln" (Deutsche Richterzeitung, 9/1982, S. 325).
Öffentliche Erklärung von Ex-Richter Frank Fahsel (SZ, 02.04.08):
»Ich habe unzählige Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte erleben müssen, die man schlicht "kriminell" nennen kann. [...] Ich … habe … ebenso unglaubliche wie unzählige, vom System organisierte Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen erlebt, gegen die nicht anzukommen war/ist, weil sie systemkonform sind".
Dazu ergänzt Prof. Dr. Hans-Joachim Selenz: "Besser kann man den Zustand in Teilen der deutschen Justiz nicht auf den Punkt bringen, mit Hilfe derer Politik und Wirtschaft den Rechtsstaat missbrauchen.[…] Explizit kriminelles Justizhandeln gibt es zuhauf. […] Der Sumpf schließt die höchsten deutschen Gerichte ein. Daher gibt es praktisch keine Verurteilung wegen Rechtsbeugung, Strafvereitelung im Amt und Begünstigung."
Artikel im "Spiegel" ("Maischberger über Justizirrtum", 28.05.08):
"Die Justiz kontrolliert sich selbst, indem sie einen Instanzenweg eingerichtet hat, der vom Amtsgericht über das Landgericht und das Oberlandesgericht bis zum Bundesgerichtshof und dem Verfassungsgericht führt. Aber Gnade Gott dem Menschen, der sich auf diesen Weg begibt. Seine Aussichten, zum Michael Kohlhaas zu werden, sind größer als die, dass ihm Gerechtigkeit widerfährt".
"Widerstand meint Kampf gegen staatliches Unrecht. Voraussetzung dafür ist, dass der Staat nicht höchster Wert ist, sondern dass Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung gewogen und möglicherweise zu leicht befunden werden können."
Fritz Bauer, ehemals Generalstaatsanwalt in Frankfurt/Main
Exstaatsanwalt Erich Schöndorf: "Die Justiz eignet sich besser, kleine Leute fertig zu machen. Jeder Kleingewerbetreibende, der Öl auf der Wiese ablässt, wird vor den Kadi gezerrt. An Konzerne, deren Produkte Menschen vergiften, trauen sich die obrigkeitshörigen Juristen nicht heran. Bei dieser modernen Kriminalität, die mit einem scharfen Produkthaftungrecht verfolgt gehört, bekommt die Justiz kalte Füße". Aus Greenpeace Magazin, Nr. 6, 1998.
"Die heutige politische Justiz judiziert aus dem gleichen gebrochenen Rückgrat heraus, aus dem das Sondergerichtswesen zu erklären ist." Dr. h.c. Max Güde, weiland Generalbundesanwalt.
Ein Anwalt, dessen Name mir entfallen ist, sinngemäß: " 80 % der Deutschen glauben an den Rechtsstaat; die anderen 20 % haben schon mit ihm ihre Erfahrung gemacht".
Urteil Bundesverfassungsgerichts 1 BvR 177 B/91 vom 5.3.1992 zur Meinungsfreiheit:
„Das Recht des Bürgers, Maßnahmen der öffentlichen Gewalt ohne Furcht vor staatlichen Sanktionen zu kritisieren, gehört zum Kernbereich des Grundrechts auf Meinungsfreiheit. Es ist deshalb mit der grundlegenden Bedeutung der Meinungsfreiheit als Voraussetzung eines freien und offenen politischen Prozesses unvereinbar, die Zulässigkeit einer kritischen Äußerung im Wesentlichen danach zu beurteilen, ob die kritisierte Maßnahme der öffentlichen Gewalt rechtmäßig oder rechtswidrig war. Andernfalls wäre das von Artikel 5, Absatz 1, Satz 1 Grundgesetz gewährleistete Recht, die geltenden Gesetze einer moralischen oder politischen Kritik zu unterziehen und auf deren Änderung hinzuwirken, nicht mehr ausreichend gesichert".
Bundesverfassungsrichter a.D. Prof. Willi Geiger. Karlsruhe. In einem Beitrag in der "Deutschen Richterzeitung", 9/1982, S. 325 und "In Deutschland kann man, statt einen Prozess zu führen, ebenso gut würfeln" (Deutsche Richterzeitung, 9/1982, S. 325).
Öffentliche Erklärung von Ex-Richter Frank Fahsel (SZ, 02.04.08):
»Ich habe unzählige Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte erleben müssen, die man schlicht "kriminell" nennen kann. [...] Ich … habe … ebenso unglaubliche wie unzählige, vom System organisierte Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen erlebt, gegen die nicht anzukommen war/ist, weil sie systemkonform sind".
Dazu ergänzt Prof. Dr. Hans-Joachim Selenz: "Besser kann man den Zustand in Teilen der deutschen Justiz nicht auf den Punkt bringen, mit Hilfe derer Politik und Wirtschaft den Rechtsstaat missbrauchen.[…] Explizit kriminelles Justizhandeln gibt es zuhauf. […] Der Sumpf schließt die höchsten deutschen Gerichte ein. Daher gibt es praktisch keine Verurteilung wegen Rechtsbeugung, Strafvereitelung im Amt und Begünstigung."
Artikel im "Spiegel" ("Maischberger über Justizirrtum", 28.05.08):
"Die Justiz kontrolliert sich selbst, indem sie einen Instanzenweg eingerichtet hat, der vom Amtsgericht über das Landgericht und das Oberlandesgericht bis zum Bundesgerichtshof und dem Verfassungsgericht führt. Aber Gnade Gott dem Menschen, der sich auf diesen Weg begibt. Seine Aussichten, zum Michael Kohlhaas zu werden, sind größer als die, dass ihm Gerechtigkeit widerfährt".
"Widerstand meint Kampf gegen staatliches Unrecht. Voraussetzung dafür ist, dass der Staat nicht höchster Wert ist, sondern dass Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung gewogen und möglicherweise zu leicht befunden werden können."
Fritz Bauer, ehemals Generalstaatsanwalt in Frankfurt/Main
Exstaatsanwalt Erich Schöndorf: "Die Justiz eignet sich besser, kleine Leute fertig zu machen. Jeder Kleingewerbetreibende, der Öl auf der Wiese ablässt, wird vor den Kadi gezerrt. An Konzerne, deren Produkte Menschen vergiften, trauen sich die obrigkeitshörigen Juristen nicht heran. Bei dieser modernen Kriminalität, die mit einem scharfen Produkthaftungrecht verfolgt gehört, bekommt die Justiz kalte Füße". Aus Greenpeace Magazin, Nr. 6, 1998.
"Die heutige politische Justiz judiziert aus dem gleichen gebrochenen Rückgrat heraus, aus dem das Sondergerichtswesen zu erklären ist." Dr. h.c. Max Güde, weiland Generalbundesanwalt.
Ein Anwalt, dessen Name mir entfallen ist, sinngemäß: " 80 % der Deutschen glauben an den Rechtsstaat; die anderen 20 % haben schon mit ihm ihre Erfahrung gemacht".
Urteil Bundesverfassungsgerichts 1 BvR 177 B/91 vom 5.3.1992 zur Meinungsfreiheit:
„Das Recht des Bürgers, Maßnahmen der öffentlichen Gewalt ohne Furcht vor staatlichen Sanktionen zu kritisieren, gehört zum Kernbereich des Grundrechts auf Meinungsfreiheit. Es ist deshalb mit der grundlegenden Bedeutung der Meinungsfreiheit als Voraussetzung eines freien und offenen politischen Prozesses unvereinbar, die Zulässigkeit einer kritischen Äußerung im Wesentlichen danach zu beurteilen, ob die kritisierte Maßnahme der öffentlichen Gewalt rechtmäßig oder rechtswidrig war. Andernfalls wäre das von Artikel 5, Absatz 1, Satz 1 Grundgesetz gewährleistete Recht, die geltenden Gesetze einer moralischen oder politischen Kritik zu unterziehen und auf deren Änderung hinzuwirken, nicht mehr ausreichend gesichert".
Dienstag, 12. Januar 2010
Die Kostenschleudern der Verwaltung und die Vorteile der Arbeitgeberseite
Seit langem wüten die Medien gegen Transferleistungsempfänger. Ganz wichtige Details werden dabei "zufällig" unterschlagen, z.B. dass fast zwei Drittel der Bearbeitungskosten für einen Hartz-Empfänger der Verwaltungsapparat verschlingt. Zudem ist jeder dritte Bescheid falsch. Die Überprüfungen bei den ARGEN und durch Sozialgerichte wegen fehlender Qualifikation vieler SBs verursachen hohe Kosten. Das sind zusätzliche Bearbeitungs- und Justizkosten. Dazu kommt die fehlende Fähigkeit von SBs/ARGEN Fehler eingestehen zu wollen. Täten sie es rechtzeitig, würden diese Kosten verhindert.
Die neusten Schlagzeilen der meist gekauften Zeitung beziehen sich auf "wohlmeinende" Tipps, was der Bürger sich vom Staat holen kann. Was sich im ersten Moment als gut gemeinte Artikelserie liest, ist m.E. nichts anderes, als die Arbeitnehmer wütend oder noch wütender auf die "Schmarotzer", wie Rentner und Arbeitslose, zu machen.
Die meisten Arbeitnehmer, die diese Zeilen lesen, reagieren entsprechend: "Wozu gehe ich eigentlich den ganzen Tag arbeiten"? "Diese Schmarotzer, die uns auf der Tasche liegen". "Ab ins Arbeitslager". "Sie leben von meinen Steuern" = gewollte Wirkung erzielt und die Leute bemerken es nicht.
Diesen Menschen kann man nur antworten: sie haben das System und die Methode nicht durchschaut, die dahinter stecken. Die NachDenkSeiten haben einen Artikel geschrieben, den man den unwissenden Sprücheklopfern an die Stirn pappen sollte: Über die vergessenen „Neben“wirkungen von Hartz IV und Agenda 2010: Die Zerstörung der sozialen Sicherheit.
Es wird mMn nicht nur an der Zerstörung der sozialen Sicherheit gearbeitet, sondern auch an der Schwächung der Gewerkschaften, der Stärkung des Niedriglohnsektors und der Arbeitgeberseite zzgl. ausnutzende caritative, soziale und kirchliche Einrichtungen und der Vermeidung jeglicher Solidarität unter der Bevölkerung. Wer sich dauernd Sorgen um seine Zukunft und die seiner Kinder machen muss, wer nicht mehr weiß, wie er seine Rechnungen bezahlen, seine Lebenshaltungskosten bestreiten soll, ist das Paradeopfer dafür, jeden schlecht bezahlten Job annehmen zu wollen/müssen. Durch die Stigmatisierung der Transferleistungsempfänger will keiner in diese Position geraten.
By the way: die Hartz-IV-Empfänger, die wir kennen, sind keine Säufer. Wer quarzt, dreht sich eine hauchdünne Zigarette, um möglichst lange mit dem Tabak auszukommen. Sie können sich gerade das Nötigste leisten nach Abzug aller Kosten. Seit Januar sind die Strompreise erhöht. Trocken Brot macht Wangen rot. Viele haben hunderte Bewerbungen hinter sich. Von den Jobcentern bekommen sie kaum Angebote. Das bedeutet Frust, Ärger, Resignation.
Wenn man Politiker und Co. reden hört, weiß man, wo es hingeht. Wer nicht arbeitet, aus welchen Gründen auch immer, wer den Staat belastet, muss bestraft oder gezwungen werden. Die Amtsärzte schreiben teilweise Menschen mit schweren Krankheiten und Behinderungen arbeitsfähig. Darüber schütteln manche SBs verständnislos den Kopf. Das Motto der Leistungsgesellschaft: keine Leistung ohne Gegenleistung. Ob Leistung und Gegenleistung in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen, steht auf einem anderen Blatt.
Die neusten Schlagzeilen der meist gekauften Zeitung beziehen sich auf "wohlmeinende" Tipps, was der Bürger sich vom Staat holen kann. Was sich im ersten Moment als gut gemeinte Artikelserie liest, ist m.E. nichts anderes, als die Arbeitnehmer wütend oder noch wütender auf die "Schmarotzer", wie Rentner und Arbeitslose, zu machen.
Die meisten Arbeitnehmer, die diese Zeilen lesen, reagieren entsprechend: "Wozu gehe ich eigentlich den ganzen Tag arbeiten"? "Diese Schmarotzer, die uns auf der Tasche liegen". "Ab ins Arbeitslager". "Sie leben von meinen Steuern" = gewollte Wirkung erzielt und die Leute bemerken es nicht.
Diesen Menschen kann man nur antworten: sie haben das System und die Methode nicht durchschaut, die dahinter stecken. Die NachDenkSeiten haben einen Artikel geschrieben, den man den unwissenden Sprücheklopfern an die Stirn pappen sollte: Über die vergessenen „Neben“wirkungen von Hartz IV und Agenda 2010: Die Zerstörung der sozialen Sicherheit.
Es wird mMn nicht nur an der Zerstörung der sozialen Sicherheit gearbeitet, sondern auch an der Schwächung der Gewerkschaften, der Stärkung des Niedriglohnsektors und der Arbeitgeberseite zzgl. ausnutzende caritative, soziale und kirchliche Einrichtungen und der Vermeidung jeglicher Solidarität unter der Bevölkerung. Wer sich dauernd Sorgen um seine Zukunft und die seiner Kinder machen muss, wer nicht mehr weiß, wie er seine Rechnungen bezahlen, seine Lebenshaltungskosten bestreiten soll, ist das Paradeopfer dafür, jeden schlecht bezahlten Job annehmen zu wollen/müssen. Durch die Stigmatisierung der Transferleistungsempfänger will keiner in diese Position geraten.
By the way: die Hartz-IV-Empfänger, die wir kennen, sind keine Säufer. Wer quarzt, dreht sich eine hauchdünne Zigarette, um möglichst lange mit dem Tabak auszukommen. Sie können sich gerade das Nötigste leisten nach Abzug aller Kosten. Seit Januar sind die Strompreise erhöht. Trocken Brot macht Wangen rot. Viele haben hunderte Bewerbungen hinter sich. Von den Jobcentern bekommen sie kaum Angebote. Das bedeutet Frust, Ärger, Resignation.
Wenn man Politiker und Co. reden hört, weiß man, wo es hingeht. Wer nicht arbeitet, aus welchen Gründen auch immer, wer den Staat belastet, muss bestraft oder gezwungen werden. Die Amtsärzte schreiben teilweise Menschen mit schweren Krankheiten und Behinderungen arbeitsfähig. Darüber schütteln manche SBs verständnislos den Kopf. Das Motto der Leistungsgesellschaft: keine Leistung ohne Gegenleistung. Ob Leistung und Gegenleistung in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen, steht auf einem anderen Blatt.
Unser Winter als natürliche Schwankungsbreite?
Da die Skeptiker der Ursachen des Klimawandels den derzeitigen Winter als Beweis oder Indiz für die Klimalüge sehen, behaupten Klimaforscher, dieser Winter sei die natürliche Schwankungsbreite. Ach so ist das. Nie waren Schnee und Eis so warm? Wir wünschen viel Vergnügen mit Vince Ebert. Man beachte besonders Teil 4 und 5:
Montag, 11. Januar 2010
Das Leben ist schön (Teil 2)
Im April 2009 stellten wir den Bericht eines Mittvierzigers ein. Er beschreibt wie er krank, schwerbehindert und arbeitslos wurde.
Anfangen möchte ich mit dem Tag, an dem sich mein Leben drastisch änderte.
Es war ein ganz normaler Morgen. Der Wecker ging früh, da ich im Getränkemarkt die Frühschicht hatte. Ich stand auf und dachte: komisch dir tut der linke Arm so weh. Erstmal musste ich wach werden und auf die Toilette. Da sitzend, betrachte ich mir meinen Arm und dachte: sehr merkwürdiger blauer Streifen an meinem Arm. Da wurde ich schockartig wach. Blutvergiftung ?? Ja klar. Ich hatte mir am Vortag einen Splitter in den Daumen gehauen.
Na gut, sieht ja noch nicht schlimm aus, also erstmal zur Arbeit und Bescheid sagen, was los ist. Ich begab mich zu meinen Schwiegereltern, um zu warten bis mein Hausarzt aufmacht. Ich bekam ein gutes Frühstück von meinen (Ex)-Schwiegereltern. Leider bekam ich es. Ich fuhr zu meinem Hausarzt. Er sagte, dass sei ein BG–Fall den er nicht behandeln darf und ich fuhr mit meinem Schwiegervater nach Kiel zum Arzt. Er kommt nach 30 Minuten Wartezeit und will anfangen. Als er hört BG, sagt er, das dürfe er nicht und ich solle in die Uniklinik Kiel gehen. Sie dürfen das. Hier geht es weiter mit seiner Ausgangsgeschichte.
So ging es danach für ihn weiter:
Na gut, fange ich mal wieder an. Inzwischen ist fast ein Dreivierteljahr vergangen. Die Klage gegen die ARGE wegen der Renovierung ist immer noch nicht entschieden; auch mit der Klage wegen des Mehrbedarfes bin ich noch nicht ein Stück weiter. Aber mein Anwältin ist da immer noch dran. Es gab deswegen jede Menge zu regeln. Den Grund dafür werdet Ihr noch erfahren.
Nachdem der komische Arzt der RV versucht hatte mich mit dummen Bemerkungen fertig zu machen, habe ich fast aufgegeben. Hätte mir meine Freundin nicht in den Hintern getreten, hätte ich wohl auch schon aufgegeben. Mit Hilfe meiner Freundin, die dem Typ vom Sozialverband erzählt hat, was er in den Widerspruch schreiben soll, hat sich wirklich viel getan.
Fange ich mal damit an, dass es bei mir im Dorf echt kriminell wurde. Nachdem ich Zettel gegen Hartz IV an den öffentlichen Aushang gehängt hatte, musste ich mir Sprüche anhören wie: „Versuch es mal mit Arbeit du asoziales, sozialschmarotzendes Ar.......". Wirklich nett, was sich so an Clowns auf den Dörfern rumtreibt. So wirklich hat mich das nicht berührt.
Um irgendetwas zu bewegen, bin ich dann Mitglied der Piratenpartei geworden. Da mir andere Parteien nicht zugesagt haben, nachdem ich mich wochenlang informiert hatte, habe ich mich dann entschieden für die Piraten zu kandidieren. Aber auch das erwies sich als nicht so einfach. Mal eben 50 Unterschriften zusammenzukriegen und das in diesem CDU-verseuchten Kreis, erwies sich als Flop. Aufgeben ist immer noch nicht, aber jetzt war ich als Pirat im Dorf völlig unten durch und durfte mir jede Menge blöder Blicke gefallen lassen. Auch das war mir so ziemlich egal.
Der Höhepunkt wurde erreicht, als ich dem Besuch meiner Nachbarn einen Zettel ans Auto gehängt hatte, weil die ihren Wagen so parkten, dass meine Lebensgefährtin ihren Wagen nicht mehr auf den Stellplatz stellen konnte, der normal noch frei gewesen wäre. Parken will eben gelernt sein. Naja und 2 von 4 Stellplätzen hätten mir zugestanden. Die hab ich ja auch mit der Miete bezahlt. Mit einem lustigen Spruch bat ich den Besuch darum den Wagen so zu parken, dass auch noch ein vierter Wagen dort abgestellt werden kann.
Als Antwort hatte ich 2 Tage später einen Zettel im Briefkasten auf dem stand: „Sozialschmarotzer wie Sie sollte man, wie Sondermüll, möglichst umweltfreundlich entsorgen“. Nun ich dachte ich bin ja ein harter Kerl. So ein Spruch macht mich nicht fertig. Doch irgendwie setzte mir das Leben die Pappnase auf. Nach 4 Tagen rief ich meine Lebensgefährtin und sagte nur: „Hol mich hier raus, ich geh hier kaputt“.
Klar machte meine Lebensgefährtin das. Irgendwann war mir klar: nach Bothkamp gehst du nicht mehr zurück. Also sagte ich zu meiner Freundin: "Lass uns zuisammenziehen. Wir müssen darüber reden, weil ich ALG2 bekomme". "Egal", sagte meine Freundin, "das kriegen wir hin. Krankenversicherung zahle ich für dich, wenn wir zusammenziehen. Alles andere wird schon werden".
Bei unserem Glück war innerhalb von 2 Tagen eine Wohnung ausfindig gemacht, die Luflinie und auch fußwegmässig keine 100 Meter von der alten Wohnung meiner Freundin entfernt war. Groß genug für 2 Erwachsene und einen 16jährigen Jungen. Also Mietvertrag unterschrieben und auch die Kündigungen für unsere alten Wohnungen. Mein Vermieter fiel fast aus allen Wolken. Er hatte aber schon mitbekommen, dass ich nur noch zweimal die Woche nach Bothkamp kam, um nach der Post zu sehen. Als ich ihm den netten Zettel zeigte, von wegen Sozialschmarotzer und Sondermüll kam zwar nicht viel, aber was kam war eindeutig erkennbar. Völliges Entsetzen.
Nun ging es los, dass ich anfing meine alte Wohnung aufzuräumen und Sachen wegzuschmeissen ohne Ende. Es hieß Kartons packen und Dinge sortieren. Das ist für den Müll und das und das und das könnte mit. Irgendwie quälte mich aber der Gedanke, dass meine Lebensgefährtin jetzt komplett für mich mit aufkommen sollte und ich mit meiner Schwerbehinderung nichts zu unserem Leben dazu tun konnte. Wer jetzt glaubt das ist echter Mist, der glaubt nicht, was jetzt geschah.
Als wir irgendwann im Dezember wieder in Bothkamp waren zum aufräumen und packen, schaute ich in den Briefkasten. Da der Schlüssel für den Briefkasten irgendwie verschwunden war, griff ich mit der Hand durch den engen Schlitz und hielt einen Brief der ARGE in der Hand. Ich also rein in die Wohnung, Brief aufgemacht und lese nur Aufhebungsbescheid. Mir kamen vor Wut die Tränen. Meiner erster Gedanke war „Scheiße da hatt dich irgendwer verpetzt bei der ARGE", weil ich inzwischen schon fast 2 Monate bei meiner Freundin wohnte. Ich gab den Brief an meine Freundin und sagte: " Les weiter, ich kann nicht". Meine Freundin sagte nur mit Grinsen im Gesicht: „Geh zum Briefkasten da muß noch ein Brief drin sein".
Okay. Ich zum Briefkasten mit nem Schraubenzieher und habe ihn aufgebrochen. Und darin war tatsächlich der Rentenbescheid von der RV. Volle Erwerbsunfähigkeit bescheinigt bis zum 67. Lebensjahr. Jetzt kamen wieder die Tränen, aber diesmal vor Freude. Auf ganz wunderbare Weise erledigte sich wieder ein Problem. Ich liege meiner Freundin nicht auf der Tasche. Und das Beste: ich bin weg von der ARGE, die dürfen mich mal und ganz viel anderes.
So ganz konnte ich dann aber Weihnachten nicht geniessen. Leider musste ich meinen Rüden ins Tierheim bringen und das 2 Wochen vor Weihnachten. Leider biss er zum wiederholten Male ohne Grund und ohne Vorwarnung zu. Leider wurde er richtig gefährlich. Da ich wirklich litt und nicht nur ich, sondern auch die Hündin meiner Freundin, kam dann doch noch wieder ein kleiner Welpe zu uns. Diesmal aber nicht aus dem Tierheim. Jetzt hab ich einen kleinen Havaneserjungen der absolut lieb ist, unsere Hündin ist auch wieder glücklich.
Wir wohnen in der neuen Wohnung und haben reichlich Platz und ich kann wirklich nur sagen: „Das Leben ist schön“. Ich bin glücklich mit meiner kleinen Familie, bekomme endlich Rente, meine alte Wohnung bin ich seit dem 05.01.2010 los und ich habe mit dem Dorf voller I...... abgeschlossen. Ich habe neue Bekanntschaften und Freunde hier in Plön gefunden. Kann es besser laufen?
Kann es Zufall sein, dass soviel Gutes zum richtigem Zeitpunkt passiert ??? Ich glaube ja.
Kommentar: Das ist eine positive Nachricht zum neuen Jahr. Sie zeigt uns auf, dass man nicht so schnell aufgeben sollte und am Ende des Tunnels immer wieder Lichter erscheinen. Wenn alle Leute so zusammenhalten würden, wie diese beiden Liebenden, hätte die Welt ein paar Probleme weniger. Wir wünschen der Familie alles Gute für die Zukunft.
Manche Leute sollten zuerst ihr Gehirn einschalten, bevor sie den Mund aufmachen. Mir ist bekannt, dass auch bei den Tafeln die Leute, die in der Schlange stehen, von den "lieben" Mitmenschen beschimpft werden.
Anfangen möchte ich mit dem Tag, an dem sich mein Leben drastisch änderte.
Es war ein ganz normaler Morgen. Der Wecker ging früh, da ich im Getränkemarkt die Frühschicht hatte. Ich stand auf und dachte: komisch dir tut der linke Arm so weh. Erstmal musste ich wach werden und auf die Toilette. Da sitzend, betrachte ich mir meinen Arm und dachte: sehr merkwürdiger blauer Streifen an meinem Arm. Da wurde ich schockartig wach. Blutvergiftung ?? Ja klar. Ich hatte mir am Vortag einen Splitter in den Daumen gehauen.
Na gut, sieht ja noch nicht schlimm aus, also erstmal zur Arbeit und Bescheid sagen, was los ist. Ich begab mich zu meinen Schwiegereltern, um zu warten bis mein Hausarzt aufmacht. Ich bekam ein gutes Frühstück von meinen (Ex)-Schwiegereltern. Leider bekam ich es. Ich fuhr zu meinem Hausarzt. Er sagte, dass sei ein BG–Fall den er nicht behandeln darf und ich fuhr mit meinem Schwiegervater nach Kiel zum Arzt. Er kommt nach 30 Minuten Wartezeit und will anfangen. Als er hört BG, sagt er, das dürfe er nicht und ich solle in die Uniklinik Kiel gehen. Sie dürfen das. Hier geht es weiter mit seiner Ausgangsgeschichte.
So ging es danach für ihn weiter:
Na gut, fange ich mal wieder an. Inzwischen ist fast ein Dreivierteljahr vergangen. Die Klage gegen die ARGE wegen der Renovierung ist immer noch nicht entschieden; auch mit der Klage wegen des Mehrbedarfes bin ich noch nicht ein Stück weiter. Aber mein Anwältin ist da immer noch dran. Es gab deswegen jede Menge zu regeln. Den Grund dafür werdet Ihr noch erfahren.
Nachdem der komische Arzt der RV versucht hatte mich mit dummen Bemerkungen fertig zu machen, habe ich fast aufgegeben. Hätte mir meine Freundin nicht in den Hintern getreten, hätte ich wohl auch schon aufgegeben. Mit Hilfe meiner Freundin, die dem Typ vom Sozialverband erzählt hat, was er in den Widerspruch schreiben soll, hat sich wirklich viel getan.
Fange ich mal damit an, dass es bei mir im Dorf echt kriminell wurde. Nachdem ich Zettel gegen Hartz IV an den öffentlichen Aushang gehängt hatte, musste ich mir Sprüche anhören wie: „Versuch es mal mit Arbeit du asoziales, sozialschmarotzendes Ar.......". Wirklich nett, was sich so an Clowns auf den Dörfern rumtreibt. So wirklich hat mich das nicht berührt.
Um irgendetwas zu bewegen, bin ich dann Mitglied der Piratenpartei geworden. Da mir andere Parteien nicht zugesagt haben, nachdem ich mich wochenlang informiert hatte, habe ich mich dann entschieden für die Piraten zu kandidieren. Aber auch das erwies sich als nicht so einfach. Mal eben 50 Unterschriften zusammenzukriegen und das in diesem CDU-verseuchten Kreis, erwies sich als Flop. Aufgeben ist immer noch nicht, aber jetzt war ich als Pirat im Dorf völlig unten durch und durfte mir jede Menge blöder Blicke gefallen lassen. Auch das war mir so ziemlich egal.
Der Höhepunkt wurde erreicht, als ich dem Besuch meiner Nachbarn einen Zettel ans Auto gehängt hatte, weil die ihren Wagen so parkten, dass meine Lebensgefährtin ihren Wagen nicht mehr auf den Stellplatz stellen konnte, der normal noch frei gewesen wäre. Parken will eben gelernt sein. Naja und 2 von 4 Stellplätzen hätten mir zugestanden. Die hab ich ja auch mit der Miete bezahlt. Mit einem lustigen Spruch bat ich den Besuch darum den Wagen so zu parken, dass auch noch ein vierter Wagen dort abgestellt werden kann.
Als Antwort hatte ich 2 Tage später einen Zettel im Briefkasten auf dem stand: „Sozialschmarotzer wie Sie sollte man, wie Sondermüll, möglichst umweltfreundlich entsorgen“. Nun ich dachte ich bin ja ein harter Kerl. So ein Spruch macht mich nicht fertig. Doch irgendwie setzte mir das Leben die Pappnase auf. Nach 4 Tagen rief ich meine Lebensgefährtin und sagte nur: „Hol mich hier raus, ich geh hier kaputt“.
Klar machte meine Lebensgefährtin das. Irgendwann war mir klar: nach Bothkamp gehst du nicht mehr zurück. Also sagte ich zu meiner Freundin: "Lass uns zuisammenziehen. Wir müssen darüber reden, weil ich ALG2 bekomme". "Egal", sagte meine Freundin, "das kriegen wir hin. Krankenversicherung zahle ich für dich, wenn wir zusammenziehen. Alles andere wird schon werden".
Bei unserem Glück war innerhalb von 2 Tagen eine Wohnung ausfindig gemacht, die Luflinie und auch fußwegmässig keine 100 Meter von der alten Wohnung meiner Freundin entfernt war. Groß genug für 2 Erwachsene und einen 16jährigen Jungen. Also Mietvertrag unterschrieben und auch die Kündigungen für unsere alten Wohnungen. Mein Vermieter fiel fast aus allen Wolken. Er hatte aber schon mitbekommen, dass ich nur noch zweimal die Woche nach Bothkamp kam, um nach der Post zu sehen. Als ich ihm den netten Zettel zeigte, von wegen Sozialschmarotzer und Sondermüll kam zwar nicht viel, aber was kam war eindeutig erkennbar. Völliges Entsetzen.
Nun ging es los, dass ich anfing meine alte Wohnung aufzuräumen und Sachen wegzuschmeissen ohne Ende. Es hieß Kartons packen und Dinge sortieren. Das ist für den Müll und das und das und das könnte mit. Irgendwie quälte mich aber der Gedanke, dass meine Lebensgefährtin jetzt komplett für mich mit aufkommen sollte und ich mit meiner Schwerbehinderung nichts zu unserem Leben dazu tun konnte. Wer jetzt glaubt das ist echter Mist, der glaubt nicht, was jetzt geschah.
Als wir irgendwann im Dezember wieder in Bothkamp waren zum aufräumen und packen, schaute ich in den Briefkasten. Da der Schlüssel für den Briefkasten irgendwie verschwunden war, griff ich mit der Hand durch den engen Schlitz und hielt einen Brief der ARGE in der Hand. Ich also rein in die Wohnung, Brief aufgemacht und lese nur Aufhebungsbescheid. Mir kamen vor Wut die Tränen. Meiner erster Gedanke war „Scheiße da hatt dich irgendwer verpetzt bei der ARGE", weil ich inzwischen schon fast 2 Monate bei meiner Freundin wohnte. Ich gab den Brief an meine Freundin und sagte: " Les weiter, ich kann nicht". Meine Freundin sagte nur mit Grinsen im Gesicht: „Geh zum Briefkasten da muß noch ein Brief drin sein".
Okay. Ich zum Briefkasten mit nem Schraubenzieher und habe ihn aufgebrochen. Und darin war tatsächlich der Rentenbescheid von der RV. Volle Erwerbsunfähigkeit bescheinigt bis zum 67. Lebensjahr. Jetzt kamen wieder die Tränen, aber diesmal vor Freude. Auf ganz wunderbare Weise erledigte sich wieder ein Problem. Ich liege meiner Freundin nicht auf der Tasche. Und das Beste: ich bin weg von der ARGE, die dürfen mich mal und ganz viel anderes.
So ganz konnte ich dann aber Weihnachten nicht geniessen. Leider musste ich meinen Rüden ins Tierheim bringen und das 2 Wochen vor Weihnachten. Leider biss er zum wiederholten Male ohne Grund und ohne Vorwarnung zu. Leider wurde er richtig gefährlich. Da ich wirklich litt und nicht nur ich, sondern auch die Hündin meiner Freundin, kam dann doch noch wieder ein kleiner Welpe zu uns. Diesmal aber nicht aus dem Tierheim. Jetzt hab ich einen kleinen Havaneserjungen der absolut lieb ist, unsere Hündin ist auch wieder glücklich.
Wir wohnen in der neuen Wohnung und haben reichlich Platz und ich kann wirklich nur sagen: „Das Leben ist schön“. Ich bin glücklich mit meiner kleinen Familie, bekomme endlich Rente, meine alte Wohnung bin ich seit dem 05.01.2010 los und ich habe mit dem Dorf voller I...... abgeschlossen. Ich habe neue Bekanntschaften und Freunde hier in Plön gefunden. Kann es besser laufen?
Kann es Zufall sein, dass soviel Gutes zum richtigem Zeitpunkt passiert ??? Ich glaube ja.
Kommentar: Das ist eine positive Nachricht zum neuen Jahr. Sie zeigt uns auf, dass man nicht so schnell aufgeben sollte und am Ende des Tunnels immer wieder Lichter erscheinen. Wenn alle Leute so zusammenhalten würden, wie diese beiden Liebenden, hätte die Welt ein paar Probleme weniger. Wir wünschen der Familie alles Gute für die Zukunft.
Manche Leute sollten zuerst ihr Gehirn einschalten, bevor sie den Mund aufmachen. Mir ist bekannt, dass auch bei den Tafeln die Leute, die in der Schlange stehen, von den "lieben" Mitmenschen beschimpft werden.
Sonntag, 10. Januar 2010
Psychopathen?
Lesen Sie bitte diesen Artikel:
"Psychopathen - Das verkannte Problem
Da Psychopathen im Hinblick auf das, was sie tun können oder tun werden, um an die Spitze zu gelangen, keinerlei Beschränkungen kennen, werden unweigerlich alle Hierarchien an ihrer Spitze überwiegend mit Psychopathen besetzt. Hinter dem scheinbaren Irrsinn der Zeitgeschichte steht der tatsächliche Irrsinn von Psychopathen, welche darum kämpfen, ihre überproportionale Macht zu bewahren, während wir uns wie Schafe verhalten. Psychopathen fehlt ein genetischer Sinn für Reue oder Einfühlungsvermögen, und dieses Defizit lässt sich durch einen Gehirn-Scan (Hirnszintigraphie)nachweisen!"
"Psychopathen - Das verkannte Problem
Da Psychopathen im Hinblick auf das, was sie tun können oder tun werden, um an die Spitze zu gelangen, keinerlei Beschränkungen kennen, werden unweigerlich alle Hierarchien an ihrer Spitze überwiegend mit Psychopathen besetzt. Hinter dem scheinbaren Irrsinn der Zeitgeschichte steht der tatsächliche Irrsinn von Psychopathen, welche darum kämpfen, ihre überproportionale Macht zu bewahren, während wir uns wie Schafe verhalten. Psychopathen fehlt ein genetischer Sinn für Reue oder Einfühlungsvermögen, und dieses Defizit lässt sich durch einen Gehirn-Scan (Hirnszintigraphie)nachweisen!"
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