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Mittwoch, 25. November 2009

Landminen für die Kinder vom "Friedensengel" Obama

Nachdem UNICEF erneut die hohe Kindersterblichkeit in Afghanistan beklagte, "dürfen" sie und die Afghanen zukünftig weiter die Behinderten- und Traumatisierungsquote von Kindern beklagen. Afghanistan ist übersat mit gefährlichen Blindgängern und Landminen, die gerade spielenden Kindern zum Verhängnis werden können und was entscheidet Obama?

Der Friedensnobelpreisträger Obama will die Anti-Landminen-Konvention nicht unterzeichnen. USA ist das einzige Nato-Land, welches dem Abkommen nicht beigetreten ist. Begründung: man glaube, "weder den nationalen Verteidigungsanforderungen noch den Sicherheitsverpflichtungen gegenüber unseren Freunden und Verbündeten genügen zu können, wenn wir diese Konvention unterzeichnen".

Und was ist mit den Kindern? Die meisten afghanischen Kinder spielen im Freien und finden die Landminen, die sie aufgrund ihres Aussehens (z.B. Schmetterlingsminen) für ein Spielzeug halten, bis es "Bumm" macht. Dieses "Bumm" hat üble Gliedabtrennungen, Verunstaltungen, Behinderungen und Traumatisierungen zur Folge. Die Hilfsorganisationen kommen mit dem Auffinden und Entfernen der Blindgänger und Landminen nicht nach.

Desweiteren möchte der "Friedensengel" 25.000 - 30.000 US-Soldaten mehr für Afghanistan und macht Druck auf die Verbündeten, damit sie ebenfalls mehr Soldaten zur Verfügung stellen, aber selbstverständlich will er den Krieg bald beenden. So habe ich mir einen Friedensnobelpreisträger, der alles besser machen wollte als der texanische Cowboy, vorgestellt. Oder orientiert er sich an Madeleine Albright, Außenministerin im Kabinett Bill Clinton und ihrer Aussage zum Irak-Embargo? "Dass wir das Embargo so gut durchgehalten haben, war - zwar bedauerlich - den Tod einer halben Million Kinder wert." Diese Aussage ist an Perversion nicht zu übertreffen.

Frau von der Leyen darf weiter hoffen, dass der Krieg bald beendet ist, damit die Kinder ein friedliches Weihnachtsfest haben. Sie denkt doch "immer" an die Kinder. Muslime feiern allerdings nicht Weihnachten. Ich habe die Befürchtung, dass den Menschen, vor allem den Kindern, vor Weihnachten eine ganz andere "Bescherung" ins Haus steht, wenn ich mir das Säbelrasseln zwischen Israel und Iran betrachte und die gewollte Aufrüstung für Afghanistan. Und wir machen mit!

Freitag, 26. September 2008

Kinderhilfe Afghanistan

Circa drei Mio. Afghanen sind während des Afghanistan-Krieges in den Iran oder nach Pakistan geflohen. 2/3 von ihnen sind zurückgekehrt. Was sie vorfinden und den in der Heimat gebliebenen Menschen längst bekannt ist, ist ein zerstörtes Land. Zerstörte Wohnhäuser, Schulen und Krankenhäuser, eine zerstörte Infrastruktur, wenig zu essen, extreme Hitze und Kälte. Ein Land, dass übersät ist, mit gefährlichen Blindgängern und Landminen, die gerade spielenden Kindern zum Verhängnis werden können. Die Kinder haben Kriegserlebnisse gehabt, die sich keiner von uns vorstellen kann und will. Sie sind entweder psychisch oder physisch in Mitleidenschaft gezogen worden oder beides. Durch die physischen Verletzungen leiden sie häufig unter körperlichen oder geistigen Behinderungen. Die psychischen Verletzungen haben ihre Seele und ihre Körper krank gemacht. Der Staat hilft ihnen wenig bei der Bewältigung ihrer Probleme.

Was die Kinder brauchen, ist ein Dach über dem Kopf, Essen und Trinken, medizinische und psychische Hilfe. Sie müssen vor den Gefahren gewarnt werden, die durch die Minen und Blindgänger auf sie lauern. Sie brauchen Bildung und gerade in der Schule, kann man ihnen die Gefahren am besten erklären und ihnen Fotos von den Minen zeigen. UNICEF verteilt Broschüren, um die Bevölkerung zu informieren.

Imponierend sind Menschen wie Reinhard Erös, ein ehemaliger Oberstarzt der Bundeswehr, der sich mit seiner Familie, seinen Kindern und einem Mitarbeiterteam um Hilfe bemüht. Er sammelt Geld durch Vorträge, Talkshows, Hilfe deutscher Partnerschulen oder er erhält Spenden. Er baut mit seinen Helfern vor Ort Schulen, die der Staat nicht mitfinanziert hat. Etliche Schulen, Gesundheitsstationen, Waisenhäuser und Computerzentrenen sind bisher dadurch entstanden. Sein Werk ist die "Kinderhilfe Afghanistan", eine private Hilfsorganisation. Das Personal wird von der Hilfsorganisation bezahlt. Die Vorteile dieser privaten Hilfsorganisation: kaum Verwaltung, die bei den großen Hilfsorganisationen Unsummen schluckt. Die Menschen bekommen Gehälter und Arbeit. Man erkennt, dass mit den gespendeten Geldern tatsächlich den Menschen, vor allen den Kindern, geholfen und nicht selbst verdient wird. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe. Hilfe, die den Kindern für die Zukunft Hoffnung und Möglichkeiten gibt.

Auffällig ist, dass in zerstörten Ländern wie Afghanistan und dem Irak die Hilfsorganisationen hauptsächtlich die Drecks-, Aufräum-, Hilfs- und Aufbauarbeiten machen. Eigentlich sollten nach dem Verursacherprinzip die Schadensanrichter die Schadensbegrenzung und -beseitigung übernehmen. Reparationszahlungen werden nicht jedem aufgebrummt und sind offensichtlich aus der Mode geraten.
In dem Link findet man eine Ansammlung von Presseberichten zur "Kindernothilfe Afghanistan":
http://www.kinderhilfe-afghanistan.de/presseberichte.html



© 2008 Copyright Kinder-Alarm Schwalbe 26.9.2008

Donnerstag, 25. September 2008

Uranmunition; die Folgen für alle Beteiligten und speziell für die Kinder

20 Armeen der Welt sollen über Uranmunition verfügen. Sie dienen hauptsächlich der Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge. Uran zerstört nicht nur die anvisierten Ziele, sondern verbreitet Radioaktivität und Toxikologie. Beides soll den menschlichen und tierischen Organismus schädigen. Der Einsatz von abgereichertem Uran ist bisher nicht durch ein internationales Abkommen verboten worden. Die bisherigen Einsatzgebiete sollen Indien, Pakistan, Tschetschenien, Afghanistan, Bosnien, Kosovo, Irak und der 2. Golfkrieg gewesen sein. Daran sollen sich alle Beteiligten ihre Finger schmutzig gemacht haben. Es gibt Politiker, die die Folgen abstreiten und sie als harmlos darstellen und gewusst haben sie nichts, weil....

Uran kann das Erbgut schädigen (Langzeitwirkung), Stoffwechselstörungen hervorrufen und Krebs auslösen. Die hauptsächlich betroffenen Organe sollen Lunge (die Lunge atmet ein) , Leber und Nieren sein. Leber und Nieren filtern und bauen Schadstoffe ab.
Wie die Schädlichkeit ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Das überrascht uns nicht, weil Wissenschaftler sich meist uneins sind. Es kommt darauf an, zu welchem 'Lager' sie gehören. Die einen Forscher glauben an eine schwache Schädlichkeit, die anderen an eine größere.

Dass Soldaten kontaminiert wurden, darüber ist berichtet worden. Wer glaubt, dass sie die Unterstützung und Hilfe für die Langzeitschäden bekommen, die ihnen für die Verteidigung ihres Landes gebührt, hat sich getäuscht. Wie steht man zu den Schäden für die Bevölkerung? In kriegsgeschädigten Ländern gibt es keine Spielplätze, Kindergärten oder ausreichend schulische Bildung. Die Eltern oder das, was von den Familien übrig geblieben ist, kämpfen ums Überleben. Die Kinder spielen dort, wo Platz ist, ohne sich in ihrer kindlichen Unbefangenheit und Unwissenheit Gedanken zu machen, wo sie sich befinden, wo sie spielen, womit sie sich beschäftigen. Sie atmen das Zeugs ein. Sie fassen es an. Fahren sich übers Gesicht, schlecken ihre Hände ab.

Diese kontaminierten Zonen müssen abgeriegelt werden durch Zäune. Das kostet Geld, aber bei weitem nicht so viel, wie der Verteidigungshaushalt aller Länder oder die 180 Eurofighter, die 23 Mrd. Euro kosteten und von D angeschafft wurden. Wenn Kinder an Krebs erkranken, ist ihre Heilungschance höher, als bei Erwachsenen. Wenn man sie rechtzeitig behandelt, haben sie eine Überlebenschance. Der Behandlung könnte man vorbeugen, wenn Sicherheitsvorkehrungen getroffen würden. Die Frage ist, ob es im Interesse der Verursacher liegt?!

Dieser Film zeigt, wie Kriegsstimmung volks- und stimmungsaufwirbelnd von Politikern und Medien gemacht wurden und werden. Wer es noch nicht begriffen hat, lernt, was ein Kollateralschaden ist.
http://www.uranmunition.net/filme,war_sells.html

Zur Kindersterblichkeit, den Leukämiefällen im Irak und wie die Folgen aussehen können:
http://www.uranmunition.net/bilder,epidemiologische_daten.html

Wir danken dem User, der uns auf die Site 'uranmunition' aufmerksam gemacht hatte. Stöbert mal drinnen. Ich gebe zu, manchmal fehlen mir bei solchen Themen die Worte und dann lasse ich lieber Bilder sprechen. Wir sind durch Unterlassung und Duldung mitverantwortlich.

© 2008 Copyright Kinder-Alarm Schwalbe 25.9.2008

Mittwoch, 24. September 2008

Afghanistan: Mohn, Minen, Mangelernährung

Auch in Afghanistan sind die Folgen des Krieges zu spüren. Der Mohn- bzw. Drogenanbau wird bekämpft. Afghanistan soll entmohnt werden. Es wird vermutet, dass eine Verbindung zwischen Terrorismus, Händlern, Politikern und Gouverneuren besteht. Die Polizei soll den Handel schützen. 87 % des verbrauchten Opiums stammt aus afghanischem Anbau. 60 % der Wirtschaft wird in Afghanistan vom Mohnhandel bestimmt.

2/3 der Landbevölkerung ernährt sich vom Mohnanbau. Die Regierung droht mit Erntevernichtung und Zerstörung der Felder, was längst praktiziert wird. Viele Felder sind durch den Krieg unbrauchbar geworden. "Die Amerikaner und ihre Verbündeten bekämpfen den Drogenanbau," berichtet die Zeit.

Auf die Bauern wird dabei keine Rücksicht genommen und die Folgen sind für sie verheerend. Eine zerstörte Ernte bringt ihnen keine Einnahmen. Zerstörte oder verbrandte Felder kann man für längere Zeit nicht mehr bewirtschaften. Wenn sie eine Alternativsaat wählen würden, würde ihnen das bei zerstörtem Boden nichts helfen. Wer nicht anbauen und ernten kann, leidet mit seiner Familie Hunger und das bedeutet Mangelernährung. Bauern, die sich kein Personal leisten können, lassen ihre Kinder mit auf den Feldern arbeiten, um das Überleben zu sichern. Viele Kriegswaisen und Tagelöhner verdienen sich damit ihren Lebensunterhalt. Es gibt kaum andere Erwerbsmöglichkeiten für sie.

Für die Bauern bedeutet der Mohnanbau noch viel mehr. Sie nutzen die Stängel und Holzteile als Brennmittel in Regionen, in denen es kein Gas oder Strom gibt. Sie kochen und heizen damit. Sie machen daraus Öl, Kekse, Süßigkeiten und stellen Seife her, die lindernde Wirkung haben soll.

Mohn dient zusätzlich der Medizin als Schmerz- oder Durchfallmittel. Ein Verbot des Mohnanbaus schadet der medizinischen Versorgung des Landes. Der Islam verbietet den Mohnmissbrauch in Form von Drogen. Der Mohnanbau und Drogenhandel blühte zu Beginn der 70er Jahre auf. Der Anbau und Drogenkonsum wurden durch die Kriege und die Besatzungen des Landes gefördert.

Zudem werden die Bauern von den Drogendealern unter Druck gesetzt. Anstatt die Bauern zu belangen, sollte es den Drogenbaronen an den Kragen gehen. An sie scheint man sich wegen der (un)durchschaubaren Verknüpfungen nicht zu wagen.

Wie im Irak, befinden sich in Afghanistan ca. 10 Mio. vergessene Minen und Blindgänger. Das trifft hauptsächlich Frauen und Kinder, denen bei Fund das Krüppeldasein droht. Wenn man die Dinger anfasst, explodieren sie. Besonders gefährlich sind für Kinder die Schmetterlingsminen, die wie Spielzeug aussehen. Die Opferzahl: 12 Menschen am Tag. Die Aufräumarbeiten übernehmen Hilfsorganisationen und nicht die Verursacher. Bei der Menge kann es noch ewig dauern, bis das Land frei von den Gefahren ist. Weiß der Himmel, wie viel Kinder es noch treffen wird.
Lesematerial:
http://www.zeit.de/2005/27/Afghanistan
http://www.3sat.de/SCRIPTS/print.php?url=/kulturzeit/lesezeit/126164/index.html
http://www.kinderhilfe-afghanistan.de/afghanistan2.html
http://www.mdr.de/windrose/archiv/1913081.html

Was die Bauern brauchen sind Unterstützung, Alternativen und Hilfe für die Bestellung ihrer Felder. Sie brauchen Hilfe gegen die Drogenbanden. Die zerstörten Felder helfen ihnen nicht. Das ist zerstörte Existenzgrundlage. Sie und ihre Familien sind die Opfer im aufeinmal aufgekeimten Kampf gegen die Illegalität und dabei geht es eigentlich um etwas ganz anderes. Jahrzehnte hat man sich nicht daran gestört, sondern war der Nutznießer.
Barnette Rubin: »Das Ziel ist jetzt, die Geldversorgung illegitimer Machthaber durch diese illegale Wirtschaft zu unterbinden.«

© 2008 Copyright Kinder-Alarm Schwalbe 24.9.2008

Dienstag, 16. September 2008

Die vergessenen Kinder des Krieges

Über ein Vierteljahrhundert befindet sich der Irak im Krieg oder kriegsähnlichem Zustand. Das hat Folgen für die Bevölkerung. Wir möchten uns auf die Folgen für die Kinder konzentrieren.
Wer flüchten kann, verläßt das Land; darunter vornehmlich Ärzte, Ingenieure und Lehrer. Das sind die Berufsgruppen, die das Land am dringendsten braucht. Man kann ihnen vorwerfen, dass sie ihre Landsleute im Stich gelassen haben. Man muss aber auch bedenken, dass seit 2003 ca. 2.000 Ärzte ermordet wurden.

Viele versuchen von ihrer neuen Wahlheimat aus zu helfen, wie der Kinderarzt Khalik, der mit Kollegen den Verein 'Children of Bagdad' gründete. Ihr Ziel ist u. a., Psychiater aus dem Nahen Osten in der Behandlung von traumatisierten Kindern weiterzubilden. Sie behandeln irakische Flüchtlingskinder, die unter Schlaflosigkeit, Angstzuständen, Depressionen, Albträumen, Anpassungsstörungen und Konzentrationsmangel leiden. Die Kinder sind introvertiert, sprechen kaum und haben nur noch wenig Vertrauen in die Erwachsenen und wenig Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft.

47 % der Kinder haben wenigstens ein traumatisches Ereignis durchlebt. 14 % haben posttraumatische stressbedingte Störungen. Laut Medact, einer Unterorganisation der IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) sind acht Mio. Iraker auf Notfallhilfe angewiesen. Die Sterblichkeitsrate ist hoch. Bei Kindern unter fünf Jahren ist die hohe Sterblichkeitsrate vergleichbar mit den ärmsten Ländern der Welt. Die psychischen Erkrankungen bei den Kriegskindern steigen. Kein Wunder bei der Gewalt, die sie erlebt haben. Eltern, Verwandte, Freunde verschwanden aus ihrem Leben. Die, die sie schützen wollten, wurden verhaftet oder getötet. Oft genug haben sie es miterlebt. Dazu kommen die Kampfhandlungen, die Angst getroffen zu werden, der damit verbundene Lärmpegel, der Zwang sich an Gewalt beteiligen zu müssen, 'vergessene' Blindgänger, die Kinder als Spielzeug benutzen. Jeder vierte Minderjährige soll unter seelischen Störungen leiden. Im Irak soll es 70 Psychiater geben. Kinder- und Jugendpsychiater sind nicht vorhanden.

Vor dem Krieg besuchten fast 100 % der Kinder eine Schule, nach dem Krieg waren es nur noch 30 %. Wo keine Schule ist, weil die Gebäude zerstört wurden und keine Lehrer vorhanden sind, die unterrichten, kann kein Unterricht stattfinden. Manche Kinder müssen für den übriggebliebenen Rest ihrer Familie sorgen. Er herrscht Mangelernährung. Es gibt Probleme mit der Trinkwasserversorgung. Die Krankhäuser haben medizinische Versorgungsprobleme. Waisenkinder, die nicht wissen, wohin.
http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2008/09/14/international/angst_laehmt_iraks_kinder
http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2008/nr6-vom-422008/wie-geht-es-den-kindern-im-irak/

Ein Artikel über die Auswirkungen psychischer Gewalt in Krisen- und Kriegsgebieten oder 'Angst essen Seele auf' nach R.W. Fassbender:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,470220,00.html

Man findet 'unter Kinder im Irak und psychische Folgen' 63.500 Suchergebnisse. Wir haben viele davon durchstöbert und überall ähnliche erschütternde Angaben gefunden. Zweifel an der Korrektheit hegen wir nicht. Krieg ist grausam und vermutlich werden diese Kinder kein normales Leben mehr führen können. Die nächsten Daueropfer werden die Kinder Afghanistan's sein, wenn sie es nicht schon sind. Wenn man den Erzählungen älterer Menschen zuhört, die den 2. Weltkrieg miterlebt haben, stellt man fest, dass sie ihre Erlebnisse nie verwunden haben und davon nie losgelassen wurden. Die Kinder des Krieges sind die Hauptleidtragenden, aber darüber machen sich die Initiatoren keine Gedanken. Es sind ja 'bloß' Kinder und vor allem nicht ihre. Sie bleiben an der 'Heimatfront' und bekommen hinterher einen Orden.
Es wundert nicht, dass US-Veteranen sich reihenweise das Leben nehmen oder nicht mehr in ein normales Leben zurückkehren können. Wie sollen es die Kinder können, wenn es Erwachsene nicht können?!
Die besondere Tragik dabei: USA hat bisher nur wenige irakische Flüchtlinge aufgenommen.
Was können wir tun? Uns gegen den Krieg im Irak und Afghanistan stellen und nicht tatenlos zusehen und wer eine zuverlässige seriöse Hilfsmöglichkeit sieht, sollte sie nutzen.

Sonntag, 29. Juni 2008

Kindheit im Krieg

Liebe LeserInnen,
ich stelle den Bericht eines Mitmenschen ein, der den 2. WK erlebt hat als kleiner Bub. Möchtet ihr das erleben oder euren Kindern zumuten?


Von Sperling:
Es war bitterkalt. Und es war Nacht. Ich saß auf meinem Schlitten und meine Mama zog mich durch den Schnee. Ein paar Sachen hatten wir noch dabei, die ich immer wieder krampfhaft fest hielt, damit sie nicht runter fielen. Angst hatte ich nicht, obwohl es dunkel war, denn wir waren ja nicht allein. Mit uns zusammen hatten sich Hunderte, ja, vielleicht Tausende, auf den Weg gemacht in Richtung Westen, wie ich später, als ich groß war, erfuhr.

An die Stunden davor kann ich mich nur noch vage erinnern. Ich war damals 5 Jahre alt. Längst war ich eingeschlafen, als meine Eltern mich mitten in der Januar-Nacht 1945 weckten. Wenn man so klein ist und so jung an Jahren, vertraut man den Eltern natürlich vollkommen und stellt nicht viele Fragen nach dem „Warum“. Eine gewisse Unruhe bei meiner Mutter war mir schon am Tag davor aufgefallen. Aber nun standen meine Eltern mit mir auf dem Arm der Mutter am Fenster unserer Wohnung und starrten an den Himmel, an den Horizont. Immer wieder flackerte dort grelles Licht auf, mal heller, mal weniger hell, aber es war deutlich zu sehen. Damit verbunden hörte man ein Grollen, so etwa wie bei einem Gewitter.

Sehr viel später erfuhr ich, dass die Ost-Front „gerade noch 50 km vor unserer Stadt“ war. So erklärte es mir meine Mutter. Ich spürte die Unruhe bei meinen Eltern, bemerkte, wie sich auf der Strasse mehr und mehr Menschen bewegten, Leute, die man sonst nie alle zusammen auf den Strassen sah. Mama zog mich rasch an, und wir verabschiedeten uns von meinem Vater.

Und jetzt saß ich auf meinem Schlitten und wurde von Mutter durch die Nacht gezogen. Zunächst ging es zu einem Sammelplatz. Keine Ahnung, warum. Ich hörte besorgte Stimmen, Rufen, und dann war da noch ein Mann in einer schicken Uniform. Ich glaube, das war der „Gauleiter“ des Bezirks. Meine Mama war immer eine Frau, die sich nichts vormachen ließ. Ich weiß nur noch, dass sie gegenüber diesem Mann recht laut geworden war. Später erklärte sie mir die Zusammenhänge. Sie hatte ihm Vorwürfe gemacht, dass man die Bevölkerung über die wahren Kriegsumstände im Unklaren gelassen hatte. Höhnisch hatte sie ihn noch gefragt, „ob wir hier jetzt stehen, um den Endsieg zu feiern“.

Der “Sammelplatz“ war in der Nähe des Bahnhofs, aber wir erfuhren, dass es keinen Zug gab, der in Richtung Westen fahren würde. Offenbar aber gab es Hinweise, wo man einen Zug erreichen würde, denn nach dieser unruhig verlaufenen Versammlung mit dem Herrn Gauleiter machte sich die Bevölkerung auf den Weg. Manche hatten auch Blockwagen, größere „Bollerwagen“, dabei. Viele Familien hatten mehrere Kinder, 4 oder 5, das war nicht unbedingt eine Seltenheit.

Anfangs wurde noch gesprochen. Man unterhielt sich untereinander, tauschte sich aus, aber im Laufe des Vormittags, es war inzwischen hell geworden, verstummten die Gespräche. Jedenfalls habe ich es so in Erinnerung. Nur meine Mama sprach mich immer wieder an, sonst wäre ich wohl auf dem Schlitten eingeschlafen. Erst viel später sagte sie mir, warum sie das getan hatte. Wäre ich bei der herrschenden Kälte von 25 bis 30° minus eingeschlafen, dann hätte ich möglicherweise die Flucht gar nicht überlebt.

An die folgenden Wochen bis zu unserer Ankunft in Berlin habe ich dann nur noch bruchstückhafte Erinnerungen. Es passierte ja nicht so viel auf der Flucht gen Westen, aber was in Erinnerung blieb, das waren bestimmte Ereignisse, die die Eintönigkeit einer Wanderung durch Eis und Schnee immer wieder unterbrachen.

Aber ich will nicht vorgreifen. Stunden nachdem wir die Stadt verlassen hatten, erreichten wir einen anderen Ort. Dort wurden wir zunächst ein wenig versorgt. Die dortigen Behörden hatten sich bereits ein wenig vorbereitet auf den Flüchtlingsstrom. Es gab etwas zu trinken und zu essen, ärztliche Versorgung, und dann ging es mit der Eisenbahn weiter. Nicht jeder allerdings hatte die Möglichkeit, mitfahren zu können. Der Zug wurde proppevoll. Diejenigen, die zurück blieben, das waren meistens Erwachsene ohne Begleitung von Kindern, sollen in Schulturnhallen untergebracht worden sein, wie mir meine Mutter später sagte.

Ich weiß nicht mehr, wie lange wir gefahren sind. Jedenfalls mussten wir nach einiger Zeit wieder aussteigen. Der Zug fuhr nicht weiter. Nun hieß es, wieder zu Fuß weiter zu marschieren. Unterwegs wurde der Flüchtlingsstrom immer größer, wie mir schien. Natürlich waren viele Leute aus allen möglichen Orten unterwegs nach Westen, und die großen Landstraßen sahen bald Tausende von Flüchtlingen, die sich mit ihren kleinen Handwagen, Schlitten, oft aber auch voll beladenen Pferdefuhrwerken auf den Weg gemacht hatten.

Nachmittags, im Winter wird es ja schon früh dunkel, erreichte man immer irgendeinen Ort, und es keimte jedes Mal die Hoffnung auf, dass man einen Zug erwischen würde. Manchmal hatte man tatsächlich Glück, und dann musste man nicht den Tag auf der Landstrasse verbringen. Aber ob es eine gemütliche Fahrt war? Der „Zug“ war ja selten eine regelmäßige Bahnverbindung, sondern die Flüchtlinge waren schon froh, wenn sie in Güterwagen Platz fanden. Und das war nicht ungefährlich. Es war ja immer noch bitterkalt, und meine Mama hat mir immer wieder das Gesicht, Hände, Füße gerieben, damit der kleine Körper nicht erfror. Ich weiß noch, wie eine Frau plötzlich morgens aufschrie und fast verrückt geworden ist. Sie hatte in der Nacht alle vier Kinder verloren. Sie waren buchstäblich erfroren, weil sie eingeschlafen waren.

So etwas kam tatsächlich sehr oft vor.

Ich entsinne mich auch, dass meine Mutter und ich eine ganze Tagesfahrt im sogenannten „Bremserhäuschen“ eines Güterwagens verbrachten. Da war besonders kalt. Es fehlte die Wärme, die Menschen in einem geschlossenen Raum doch irgendwie abgeben. Und dann waren die Güterwagen auch überwiegend mit Stroh ausgelegt gewesen. Es handelte sich ja teilweise sogar um Vieh-Transporter.

„Bremserhäuschen“, das sind so kleine Aufbauten vorn oder hinten an einem Güterwagen, denn Güterwagen wurden ja manchmal lediglich verschoben und rollten selbständig von einem Gleis aufs nächste. Im Bremserhäuschen saß dann jemand und brachte die Wagen dann an der vorgesehen Stelle zum Stehen. Bei uns war das nicht nötig. Wir wurden ja von der Lok gezogen.

Nach einiger Zeit ging es dann wieder mal nicht weiter. Der Zug wurde vielleicht zurück nach Osten dirigiert, vielleicht waren aber auch nur die Gleise zerstört worden, denn je weiter wir nach Westen kamen, desto häufiger traf man auch auf Hinweise von Bombenangriffen. Diese Kriegszerstörungen waren uns im Osten in den ersten Kriegsjahren erspart geblieben. Der Bombenkrieg fand im Westen statt.

Nachts wurden wir von den Hilfskräften, das waren Einrichtungen wie das „Rote Kreuz“, aber auch Militär-Dienststellen usw., so gut es ging, in Turnhallen, Kirchen, öffentlichen Gebäuden usw. untergebracht. Man tat was man konnte, um den Flüchtlingen das Nötigste zu geben. Essen, Trinken, Decken für die Nacht.

Am nächsten Morgen galt es, Informationen zu beschaffen, ob und wann eine Bahnverbindung Richtung Berlin bestehen würde. Ich musste immer mit, wenn Mutter irgendwo hin ging, um das herauszufinden. Sie hat mich keine Sekunde aus den Augen gelassen. Das spürte ich besonders dann, wenn ich mich unterwegs mit anderen Kindern angefreundet hatte. Wir haben uns da manchmal „verspielt“, und plötzlich wurde mir bewusst, dass ich unter all den fremden Menschen in dem Ort ganz allein war. Ich begann, ängstlich nach meiner Mama zu rufen. Aber sie war immer da. Das klappte wohl auch deshalb ganz gut, weil die Mütter gegenseitig auf sich und die Kinder Acht gaben, so gut es eben ging. Denn Bekanntschaften dauerten selten länger als einen Tag, weil ja die Ziele der Flüchtlinge stets andere waren. Einige wollten nach Berlin, andere nach Dresden oder sonst wo hin.

Zu den Strapazen der Flucht kamen jetzt aber immer häufiger Ereignisse, die direkt mit dem Krieg in Verbindung zu bringen sind, also mit Kampfhandlungen. So verging nun kein Tag mehr, an dem wir nicht – oft mehrmals täglich – von feindlichen Tieffliegern angegriffen wurden. Das geschah meistens so, dass mehrere Kampflugzeuge in sehr geringer Höhe – ich konnte in der Tat manchmal die Gesichter der Piloten und der Bordschützen erkennen – entweder von vorn oder von hinten kommend auf den Flüchtlingstreck von inzwischen ein paar tausend Menschen herab stießen und diesen dann aus Maschinengewehren beschossen. Dann galt es, möglich schnell im Chausseegraben oder unter Bäumen, soweit überhaupt vorhanden, Deckung zu suchen.

Nach wenigen Minuten war der Spuk meistens vorbei, aber wenn man zum Treck auf die Strasse zurück kehrte, bot sich einem ein unbeschreiblicher Anblick. Viele konnten nicht mehr rechtzeitig in Deckung gehen, und diejenigen, die mit Pferd und Wagen unterwegs waren, hatten nur die Chance, unter den Gespannen Schutz zu finden. Das gelang selten, denn die Pferde gingen aufgrund der entstandenen Unruhe im Treck und wegen der Schüsse usw. durch. So sah man dann manchmal Hunderte von Menschen erschossen oder verletzt auf der Strasse, neben ihren zerstörten Habseligkeiten, Fuhrwerken, toten Pferden. Es war jedes Mal eine Verwüstung.

Eine Begebenheit ist mir aber noch in deutlicher Erinnerung. Unserem Treck hatte sich eines Tages auch eine Gruppe von Soldaten angeschlossen, die ebenfalls auf der Flucht nach Westen war. Unter diesen befand sich ein kleiner Trupp Russen, die zu der sogenannten Wlassov-Armee gehörten. Diese Wlassow-Armee war insgesamt eine Armee von ca. 2 Millionen Soldaten, die auf deutscher Seite gegen das kommunistische Regime in der Sowjetunion kämpften. Diesem Trupp verdanke ich vielleicht mein Leben. Sie gehörten zu einer berittenen Einheit. Einige von uns Kindern hatten das Glück, dass wir mit auf ihren Pferden sitzen durften. Da hatten es die Erwachsenen, meistens ja nur die Mütter, nicht so schwer, die Kinder auf den Schlitten ziehen zu müssen.

Plötzlich schnappten diese Reiter unvermittelt die Mütter von uns Kindern, zogen sie auf die Pferde und galoppierten mit uns in ein nahes Waldgebiet, wo wir absprangen. Kaum dort angekommen, hörten wir auch schon die Flugzeuge, die im Tiefflug über den Flüchtlingstreck brausten, und natürlich das Gewehrfeuer. Nach wenigen Minuten war alles vorbei, und wir kehrten mit einem beklommenen Gefühl alle zum Treck zurück.

Diesmal war der Angriff besonders schlimm gewesen, denn offenbar hatte man auch Bomben auf die Flüchtlinge abgeworfen. Es bot sich ein grauenvoller Anblick. Tote, Verletzte, getötete Pferde, zerborstene Wagen, lose Gepäckstücke überall auf der Straße.

So ging es Tag für Tag. Irgendwann, nach ungefähr 3 Wochen, erreichten wir die Stadt Berlin und trafen bei unseren Verwandten in Oranjenburg ein. Dort war es jedoch keineswegs sicher. Im Gegenteil. Die Bombenangriffe auf Berlin erfolgten nun fast jede Nacht, so dass wir dann auch jede Nacht im Luftschutzkeller des Hauses zubrachten. Eines Nachts, nach einem erneuten Bombenangriff, wurde auch unser Häuschen getroffen. Nicht schlimm, aber immerhin. Schlechter erging es den Nachbarn. Das Haus war vollkommen zerstört worden. Die Ruine brannte noch als wir unseren Keller verließen, und die meisten der Nachbars-Familie waren bei dem Angriff ums Leben gekommen.

Berlin wurde immer heftiger bedrängt von den fremden Truppen, so dass wir uns wiederum auf die Flucht begeben mussten, diesmal nach Hamburg, wo auch Verwandte von uns lebten.

In Hamburg war es natürlich nicht besser in den letzten Kriegswochen. Jeden Tag, jede Nacht fielen Bomben auf die Stadt. Es konnte passieren, dass man aus irgendeinem Grunde unterwegs war, vielleicht um etwas zu besorgen. Plötzlich gab es Bombenalarm, und man musste schnellstens einen der verfügbaren Luftschutzbunker aufsuchen. Wer es nicht rechtzeitig schaffte, bevor die Bunkertüren hermetisch verriegelt wurden, musste sehen wo er blieb. Manch einer hat den Angriff dann nicht überlebt.

Im Bunker selbst spürte man manchmal sehr deutlich die Einschläge und Treffer. Der Bunker wackelte wie ein Baum im Wind oder, besser gesagt, wie Häuser bei einem Erdbeben. Viele schlotterten vor Angst. Wenn ein Angriff nach vielleicht einer Stunde vorbei war, konnte man aber noch lange nicht wieder ins Freie. Die Stadt brannte, und die Hitze war so stark, dass man schon nach wenigen Augenblicken draußen umgekommen wäre. Da hieß es dann, nochmals ein paar Stunden warten, bis „Entwarnung“ gegeben werden konnte.

Draußen bot sich dann das nach solchen Bomben-Angriffen fast übliche Bild. Wieder zerstörte Häuser, Straßen, Autos, tote Menschen überall. Und aufgeregte Familienmitglieder, die nach verschollenen Verwandten suchten. Und die Hitze, die durch die brennenden Häuser verursacht wurde. Staub, Trümmer.

Irgendwann wurde es Frühling. Es war ein schöner, warmer und sonniger Frühling. Und wenn das Frühjahr so schön ist, dann muss einfach etwas Tolles passieren. Und das tat es auch. Der Krieg war im Mai 1945 zu Ende, und es begann eine neue Zeit.

Irgendwann traf auch mein Bruder in Hamburg ein. Er war in Warschau gewesen, um dort eine Ausbildung zu erhalten. Die Flucht hat er hat als 15jähriger Bub ähnlich erlebt wie meine Mutter und ich. Und er hat, allein auf sich gestellt, mit ein paar Freunden die Strapazen überwunden und ist heil bei uns angekommen. Mein Vater ist allerdings im Krieg geblieben. Wir haben zuletzt noch aus Böhmen von ihm gehört. Danach kam kein Lebenszeichen mehr von meinem Vater.

Ich hoffe, dass unsere Lebensretter auf der Flucht, die uns immer wieder mit dem Allernötigsten versorgt hatten, den Krieg heil überstanden haben. Und ich hoffe, dass auch die jungen Russen der Wlassov-Armee, die uns im Wald in Sicherheit gebracht hatten, den Krieg überlebten. Sie hatten es nach dem Ende des Krieges besonders schwer, und ihre Chance, mit dem Leben davon gekommen zu sein, ist nicht besonders groß gewesen. Die insgesamt 2 Millionen Mann starke Wlassow-Armee wurde von der amerikanischen Armee gefangen genommen und den russischen Truppen übergeben. Man hat sie fast alle hingerichtet, wie ich später erfuhr.

Früher, als ich noch jünger war, habe ich mir über Einzelheiten des Krieges nicht so viele Gedanken gemacht. Später aber reifte in mir das Interesse an den Umständen, wie es zu diesem Krieg kommen konnte. Heute weiß ich, dass Kriege niemals einfach so „ausbrechen“, wie es häufig geschildert wird. Kriege der Neuzeit werden geplant und durchgeführt. Daran sollte man immer denken, wenn wieder einmal in den Medien über kriegerische Handlungen berichtet wird. Solchen Berichten sollte man immer mit Vorbehalt begegnen.

Kindersoldaten

Bei dem Thema muss ich mir Mühe geben die Haltung zu bewahren, weil das an Grausamkeit kaum zu überbieten ist. Wie können Erwachsene das Kindern antun?
Irgendwas muss bei ihnen fehl geschaltet sein. Wahrscheinlich sind sie selber in einem Sog voller Hass, Wut, Negativbeeinflussung und Negativgefühlen aufgewachsen. Anders kann ich es mir nicht erklären. Fast alle Kinder werden
gezwungen, zwangsrekrutiert oder mit falschen Versprechungen gelockt. Was mich am meisten ärgert, ist, das ehemalige Kindersoldaten kein Anrecht auf Asyl bei uns haben, weil sie als Fahnenflüchtige gelten. Das stimmt aber nicht mit den Kinderrechten überein. Irgendwas läuft völlig falsch. Überzeugt euch
selbst:


http://www.kindersoldaten.info/kampagne.html


http://www.maxrev.de/kindersoldaten-in-afrika-oder-im-nahen-osten-t39708.htm


http://www.kindernothilfe.de/Rubriken/Themen/Kindersoldaten.html


http://www.alleansnetz.de/content/themen/weitere/kindersoldaten/daten_und_fakten.htm



Freitag, 27. Juni 2008

Kinder im Krieg

Kriege sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Ich meine das sarkastisch. Früher traten bewaffnete Soldaten gegen einander an.

Spätestens seit dem 2. Weltkrieg ist mehr und mehr die Zivilbevölkerung betroffen und damit die Kinder. Städte und Dörfer, die durch Bomben und Brände zerstört werden. Flüchtlingsströme, hauptsächlich mit Frauen und Kindern, werden beschossen. Unschuldiges Leben, das genommen wird. Das Ziel: die Demoralisierung der Bevölkerung. Irgendwie wird dabei vergessen, dass man Tote nicht mehr demoralisieren kann und das Leid und das Erlebte für die Hinterbliebenen kaum zu begreifen und zu verarbeiten ist. Gegenseitige Wut und der Hass aufeinander sollen geschürt werden und erst später wird erkannt, dass es oft um verabscheuungswürdige Vergeltungsangriffe ging.

Es gibt das Sprüchlein: Was du nicht willst, was man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.

Hier findet man einen nachdenkenswerten Beitrag zum Thema Kindstötungen im Krieg:


"Irak: die westliche Demokratie tötet zuerst die Kinder"
http://dassystem.blogspot.com/2008/01/das-system.html .

Hier findet man die Kindersterberaten. Man achte besonders auf die Länder, die besetzt wurden und in denen Kriege geführt werden/wurden, Anschläge statt finden. Aktuell: Afghanistan, Irak, Israel/Palästina bzw. Gazastreifen.

https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/

Oben links befindet sich eine Länderliste. Wenn man sie anklickt und auf 'people' geht, findet man die Geburten- und Sterblichkeitsraten. Bitte auf die Kinderzahlen achten. Nur zum Vergleich als Beispiel:

Israel: 4.28 deaths/1,000 live births
Gazastreifen: 21.35 deaths/1,000 live births

Ich will keine einseitigen Schuldzuweisungen treffen. Schuld haben wir alle, weil wir wegsehen, weghören, uns manipulieren und aufhetzen lassen. Das beste Beispiel ist gerade die EM. Vor dem Spiel P vs. D hetzte die polnische Presse die Polen gegen die Deutschen auf, die deutsche Presse die Deutschen gegen die Polen. Alle diese Schmierblätter gehören dem gleichen 'Verein'. Die türkische Presse benutzte die Worte 'deutsche Panzer' für die deutschen Spieler. Jedem Volk werden Attribute verabreicht, die zeigen, dass die Behaupter Verallgemeinerer und Hetzer sind. Es geht um Sport, um ein Spiel. Einerseits und vordergründig. Andererseits um Geldmacherei, um Ablenkung. Die Spiele werden meist nicht als Spiel bezeichnet, sondern das Schlagzeilen trächtige Wort 'Fussballkrieg' benutzt. Man will nicht gewinnen, nein, man will die anderen 'schlagen'.

Nachher guckt das Volk vor lauter schwarz-rot-besoffen dumm, dass ihm z.B. ELENA entgangen ist. Ich schaue mir die Spiele auch an, freue mich, wenn eine Mannschaft verdient gewonnen hat und bezweifle, dass mancher Schieri die Bezeichnung 'Unparteiischer' verdient hat. Wenn Fussball zum Lebensinhalt wird, zum Fanatismus, wird es ungemütlich.
Kennt jemand den Film 'Hooligans' mit Eljah Wood in der Hauptrolle? Er zeigt sehr gespenstig auf, wie schon im zarten Kindesalter der Hass auf die gegenerischen Fans geschürt wird.

Was haben Kinder im Krieg zu suchen? Wem haben sie etwas getan? Was haben Kinder in Guantanamo zu suchen? In Abschiebelagern? In Internierungslagern?

Ach jetzt weiß ich es, dass heißt ja neumodisch Kollateralschaden.



http://www.agentorange.reflection.org/




Der unnötige Einsatz der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki und des Entlaubungsmittels 'Agent Orange' in Vietnam hatte nicht nur fürchterliche Folgen für die Bevölkerung, sondern noch heute für deren Nachkommen. Wahrscheinlich ist nicht vorauszusehen, über wie viele Generationen es Nachwirkungen haben wird.

Albert Einstein, der die Atombombe mit erfunden hat, soll äußerst unglücklich gewesen sein über den Einsatz und er soll mehrfach versucht haben, die amerikanische Regierung auf die Gefahren aufmerksam zu machen und sie vom Einsatz abzubringen.

Kurz vor seinem Tod soll er zu einem Freund gesagt haben: "Weißt du mein Sohn, ich habe noch etwas gefunden auf dem Grenzgebiet der Mathematik und der Astronomie. Das habe ich jüngstens kaputtgemacht. Einmal ein Verbrecher an der Menschheit geworden zu sein, genügt mir...."