Montag, 24. August 2009

Grausamer Journalismus?

Ja, ja und nochmals ja:
...."Die „Süddeutsche Zeitung“ ist systemrelevant, die FAZ ist es, der „Spiegel“, die „Zeit“, die „Welt“, die „Frankfurter Rundschau“ und die „taz“ sind es. Viele andere sind es auch. Das System, für die sie alle relevant sind, heißt nicht Marktwirtschaft, nicht Finanzsystem und nicht Kapitalismus, sondern Demokratie."

Toll geschrieben, Herr Prantl. Das ist ein Lesegenuss. Das Schlimmste ist, wenn sich unter dem Deckmantel des Wortes "Demokratie" der Faschismus schleichend breit macht.
Die Blogger wären nicht online gegangen, um ihre "Weisheiten" zu verbreiten, wenn sie nicht gemerkt hätten, dass die Medien durchschaubar sind und sich haben kaufen lassen. Natürlich wissen die Blogger nicht alles. Wer weiß schon alles?

Die Recherchemöglichkeiten sind ihnen nicht so gegeben, wie den Medien, die ihr Potential größtenteils nicht nutzen (dürfen). Sie haben nicht das Geld, die Mittel, die Möglichkeiten. Und doch recherchieren sie besser, als die Etablierten es tun. Sie schreiben teilweise subjektiv. Das tun die Medien auch. Davon schließe ich mich nicht aus. Sie wagen sich an Themen heran, die gelinde ausgedrückt, von den Medien stiefmütterlich behandelt wurden und werden. Sie wurden belächelt, als Verschwörungtheoretiker dargestellt. Der nächste Schritt ist das Bekämpfen. Derzeit im Wahlkampf werden sie ernst genommen. Derzeit!!! Sie könnten ja die Piratenpartei wählen. Die Medien berichten das, was sie berichten müssen. Die Blogger berichten das, was sie berichten möchten. Da ist der Unterschied zu sehen.

Viele der Blogger haben die Krise und den Überwachungswahn kommen sehen. Sie haben gewarnt. Sie haben das Handeln der Regierungen aus ihrer Sicht auseinander genommen. Welcher systemkonforme Journalist oder Redakteur hat sich das getraut? Das waren nur wenige. Die Blogger wurden nur teilweise ernst genommen. Sie waren halt nicht bei der Absprache zu Beginn 2008, in der die Medien von der Politik instruiert wurden die Krise schön zu reden und zu schreiben. Sie waren auch nicht bei der Absprache zwischen Unternehmen und Politik die Bälle flach zu halten, um Massenentlassungen bis nach den Wahlen zu verschweigen, zu beschönigen und vor sich herzuschieben.

Sie lassen ihren gesunden Menschenverstand walten. Sie vertun sich mitunter in ihren Bewertungen. Sie verzetteln sich. Wer tut das nicht? Sie werden für das,was sie schreiben, nicht bezahlt. Sie tun es nicht aus Langeweile. Sie haben keinen Eid geschworen, keinen Vertrag unterschrieben. Sie sind (noch) ungebunden. Bei vielen ist die Aufklärungsleidenschaft zu erkennen.

Wir wollen ehrlichen gründlichen Journalismus und dann kaufe ich mir vielleicht mal wieder eine Zeitung, denn das tue ich schon lange nicht mehr.Die Blogger haben etwas geschafft: ein anderes neues Bewusstsein und das ist gut so. Die Blogger kratzen an der Ehre der Journalisten und Redakteure. Wir haben Journalismus nicht studiert. Uns hat keiner eine Maulschelle verpasst. Uns muss keiner lesen. Wir leiden nicht unter zurückgehenden Auflagenzahlen. Uns setzt keine PR-Agentur unter Druck. Und wenn Google sich auf den Kopf stellt und mit den Beinen wackelt: nein, ich stelle keine Werbung ein. Der Serverwechsel ist im Notfalle nicht so schwer.

Und bei mir muss man manchmal zwischen den Zeilen lesen. Ich möchte, dass die Menschen sich möglichst selber ihr Bild machen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

systemrelevant

Prandl (Süddeutsche Zeitung) ist genuso systemrelevant, wie Merkel und Münte-Python-Zirkus, wie Steinmeier und Guido, wie Jung und Gysi und ein paar andere. Er gehört zu der Demokratie, die er so schön predigt.

Die Süddeutsche Zeitung (Prandl inklusive) ist genauso überflüssig für die echte Demokratie, wie andere Installationen der Propagandaindustrie (Desinformationsindustrie) von ARD bis Bild.

Man kann nicht zwei Herren dienen, entweder macht man Werbung und dann die ganze Medie ist die Werbung, oder nur Nachrichten und dann die ganze Medie ist ... der Nachrichten-Dienst ? Vor Jahren sollen über 200 Journalisten für BND arbeiten, für wen arbeitet heute Prandl ? Der recherchierende Journalismus sehe ich bei ihm nicht, dafür viele offizielle Auszeichnungen, der man ist gut für das System, systemrelevant.

Schwalbe hat gesagt…

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass mir dieser Artikel gefallen hat ;-). Es gibt auch mitunter Artikel bei den genannten Zeitungen, die mir gefallen. Ausnahmen bestätigen ab und zu die Regel. Frage mal deine Mitmenschen, was echte Demokratie ist?! Das werden dir die wenigsten beantworten können. Und ich bleibe dabei: ich mache keine Werbung.